Stabile Lieferketten: Welche Möglichkeiten gibt es für Sie?

Die Lieferketten sind in den letzten Jahrzehnten aufgrund der Globalisierung, der Wachstumsambitionen von Unternehmen und ihres Strebens nach besseren Gewinnspannen immer komplexer geworden. Ein Großteil der Produktion wurde in Niedriglohnländer verlagert, was zu komplizierteren und globalen Produktionsnetzwerken geführt hat. Das zahlt sich finanziell zwar zeitnah aus, birgt aber auch Risiken, falls es zu Unterbrechungen in den Lieferketten kommt.

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Es überrascht nicht, dass die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette laut einer von McKinsey durchgeführten Umfrage aus dem Jahr 2020 bei vielen Unternehmen ganz oben auf der Tagesordnung steht. Denn Unterbrechungen in den Lieferketten sind in den letzten Jahren immer häufiger vorgekommen. Über alle Branchen hinweg sind Unternehmen im Durchschnitt alle 3,7 Jahre von Störungen betroffen. Die Folgen können von Lieferengpässen, wirtschaftlichen Schäden bis hin zu Arbeitsplatzverlusten führen. Die Ursache dafür können Naturkatastrophen, politische Unruhen oder globale Pandemien wie COVID-19 sein.   

Das Gleichgewicht finden  

Laut einer Gartner-Studie verfügt nur ein Fünftel der Unternehmen über ein ausreichend stabiles Netzwerk, um auf solche Situationen angemessen zu reagieren. Natürlich kann man Katastrophen nicht verhindern, aber man kann sich so gut es geht darauf vorbereiten. Zum Beispiel durch die Ermittlung alternativer Lieferanten und die Erhöhung der Sicherheits-Bestände. Letzteres scheint im Widerspruch zum Lean-Ansatz zu stehen, bei dem ein effizienter Just-in-Time-Warenfluss und die Minimierung von Verschwendungen im Vordergrund stehen.   

Um jedoch zu verhindern, dass Störungen das Unternehmen lahmlegen, muss ein Gleichgewicht zwischen "just-in-time" und "just-in-case" gefunden werden. Das passiert zwischen Effizienz und Stabilität. Viele Unternehmen gehen langsam wieder zu "Just-in-Case" über, d. h. sie halten größere Lagerbestände, um die Marktnachfrage jederzeit bedienen zu können. Dieser Aufbau von Puffern kostet Geld, sorgt aber für die nötige Stabilität und verhindert, dass kleinere Probleme direkt zum Stillstand führen können.  

Dezentralisierung ist das Stichwort 

Es ist eine Tatsache, dass die Häufigkeit und die Auswirkungen von solchen Unterbrechungen zunehmen. Zu den Ursachen gehören Pandemien, Naturkatastrophen und Handelskriege. Ein weiteres Problem sind gezielte Cyberangriffe, die ganze Produktionslinien lahmlegen können. Für viele Unternehmen ist die Einzelbeschaffung keine Option mehr. Sich nur auf einen einzigen Lieferanten zu verlassen, spart zwar Kosten und Bürokratie, macht jedoch auch angreifbar. Was passiert zum Beispiel, wenn Ihr Lieferant mit einer Cyberattacke, einem Fabrikbrand oder finanziellen Problemen konfrontiert wird?  

Es ist besser sich um solide und diversifizierte Beziehungen zu Lieferanten zu bemühen. Dabei kann es sich um einen anderen Lieferanten für dieselbe Komponente handeln oder um denselben Lieferanten, der an mehreren Standorten produzieren kann. Streben Sie eine Dezentralisierung und - wenn möglich - eine Regionalisierung der Produktion an, um die Risiken zu verringern und die Vorlaufzeit für Fertigprodukte zu verkürzen. Das ist zwar kostspielig, gibt Ihnen aber auch mehr Kontrolle über die Bestände und bringt die Produkte näher an den Endkunden.  

In manchen Fällen ist die Haltung großer Lagerbestände aufgrund der Komplexität der Warenströme, der Spezialisierung der Lieferanten oder wegen maßgeschneiderten Endprodukten teuer und unrentabel. In diesem Fall ist es unerlässlich, Leitlinien oder einen Stufenplan für die verschiedenen Szenarien zu erstellen. Mit anderen Worten: Risikomanagement als Standardverfahren, um Unterbrechungen in der Lieferkette zu verhindern. Ein wichtiger Aspekt ist das Sammeln von Daten über die finanzielle Lage der Lieferanten und darüber, wie schnell sie ihre Produktion hochfahren oder an einen anderen Produktionsstandort verlagern können. Dies sind wesentliche Informationen, um unerwartete und sich ständig ändernde Situationen richtig und schnell zu erkennen.  

Zusammenarbeit  

Gleichzeitig könnten Sie gemeinsam mit dem Produktionsteam einen kritischen Blick auf Ihre Stücklisten und Artikel werfen. Finden Sie heraus, welche Teile aus Hochrisikogebieten stammen und ob es Alternativen gibt. Wenn diese nicht verfügbar sind, suchen Sie gemeinsam mit Ihrem Lieferanten nach geeigneten Lösungen. In jedem Fall ist es eine gute Strategie, die Zusammenarbeit in der Lieferkette zu stärken. Sie verschafft Ihnen einen Einblick in die gegenseitigen Lieferzeiten und Lagerbestände und schafft ein Frühwarnsystem.  

Ein Kontrollturmsystem trägt ebenfalls zu einer stabileren Lieferkette bei, da es wichtige Einblicke ermöglicht. Wie bei einem Flugsicherungsturm bietet ein solches System einen Überblick über den gesamten Betrieb, indem es Daten zusammenführt und mobilisiert, die an vielen Stellen innerhalb und außerhalb des Unternehmens verteilt sind. Informationen in Echtzeit, z. B. über Bestände, Aufträge und Produktion, ermöglichen es Ihnen, sich schneller anzupassen, zu bestimmen, was Priorität hat und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um Probleme zu lösen.

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